Übergewicht und Adipositas: Ein Überblick

Ein bisschen Übergewicht ist nicht schlimm – ein Zuviel kann dem Körper schaden. Besonders Adipositas (Fettleibigkeit) ist belastend für die Gesundheit. Die Gründe für die Gewichtsprobleme sind dabei so vielseitig wie die Anreize, wieder abzunehmen. Lesen Sie hier mehr über die Ursachen und Unterschiede von Übergewicht und Adipositas.

Starkes Übergewicht und seine Folgen

Junge Frau steht auf Waage und erschrickt wegen ihres Übergewichts

Typ-2-Diabetes (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck (Hypertonie) und sogar Schlaganfälle – Übergewicht und Adipositas gehören zu den häufigsten Gründen für verschiedene Folgeerkrankungen in unserer heutigen Zeit. Doch nicht nur der physische (körperliche), sondern auch der psychische (seelische) Aspekt nimmt Einfluss auf unsere Gesundheit. Menschen mit Übergewicht oder Adipositas fühlen sich häufig unwohl und werden von der Gesellschaft ausgeschlossen. Daran sind nicht zuletzt viele Vorurteile schuld.

Menschen mit Gewichtsproblemen versuchen daher aus gutem Grund, ihre Kilos zu reduzieren. Der richtige Weg hierfür ist allerdings entscheidend. Wer zu schnell oder auf die falsche Weise Übergewicht verliert, wird sonst Opfer des gefürchteten Jo-Jo-Effekts dann ist das verlorene Gewicht oft früher wieder auf der Waage, als man glaubt.

Welche Gründe gibt es, Übergewicht zu bekämpfen?

Die Motivation, vorhandenes Übergewicht zu reduzieren, entsteht bei jedem Menschen aus individuellen Gründen. Dazu gehören:

  • den sogenannten „Winterspeck“ loswerden
  • die körperliche Fitness verbessern
  • Einschränkungen im Alltag vermeiden

Während manche nur den berühmten Winterspeck loswerden wollen, um im Sommer wieder zur gewohnten Bikinifigur zurückzufinden, wünschen sich andere einfach eine bessere Fitness und Beweglichkeit. Tatsächlich können starkes Übergewicht oder Adipositas Einschränkungen im Alltag verursachen: Treppen steigen, schwere Einkäufe tragen oder der Fußweg zur Arbeit werden zu einer täglichen Herausforderung. In Fällen wie diesen bedeutet Übergewicht verlieren auch, mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Auch bereits vorhandene, gesundheitliche Probleme können es notwendig machen, Übergewicht abzubauen. Bei Diabetes und Bluthochdruck nimmt ein normales Gewicht meist positiven Einfluss auf die Blutwerte. Der Insulinbedarf reduziert sich beziehungsweise der Blutdruck sinkt.

Aber auch andere Krankheiten und gesundheitliche Probleme, die nicht direkt durch Übergewicht oder Adipositas ausgelöst sein müssen, können gegebenenfalls durch Abnehmen gemildert werden. Geschädigte Kniegelenke bei Arthrose zum Beispiel profitieren davon, wenn sie mit weniger Gewicht belastet werden. Ebenso werden Rückenschmerzen gelindert, wenn der Körper weniger Fettpolster tragen muss.

Wann spricht man eigentlich von Übergewicht? Zur Antwort!

Wodurch werden Übergewicht und Adipositas verursacht?

„Wer dick ist, isst zu viel!“, so lautet eine noch immer vorherrschende, weitläufige Meinung. Übergewicht lässt sich jedoch nur selten auf diese einfache Weise erklären. In vielen Fällen ist ein übermäßiges Gewicht die Summe verschiedener Faktoren. Zu diesen gehören beispielsweise

Meist spielt die Ernährung jedoch die größte Rolle. Dabei ist nicht immer ein „Zuviel“ das Problem, sondern welche Lebensmittel genau auf dem Speiseplan stehen. Es ist zudem wesentlich, auf wie viele Mahlzeiten die Kalorienzufuhr verteilt ist.

Frühstücken wie ein Kaiser?

Über die Vor- und Nachteile eines ausgiebigen Frühstücks scheiden sich die Geister. Die einen schwören darauf, dass die Mahlzeit am Morgen unseren Stoffwechsel ankurbelt, die anderen blicken kritisch auf die Kalorien, die in Brötchen und Marmelade stecken. Vermutlich liegt die Wahrheit dazwischen. Sie müssen sich also keinesfalls zum Frühstücken zwingen, wenn Ihnen morgens eine Tasse Tee vollkommen ausreicht. Auf der anderen Seite können Sie versuchen, Teile Ihres Frühstücks durch gesunde Alternativen zu ersetzen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Scheibe Vollkornbrot statt Toast?

Der Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas

Als Adipositas wird ein sehr starkes Übergewicht bezeichnet, das über ein normales Maß hinausgeht und bei dem die Vermehrung des Körperfettes krankhafte Auswirkungen nach sich zieht. Umgangssprachlich wird Adipositas auch als Fettsucht bezeichnet. Die Diagnose von Adipositas geschieht mithilfe des Body-Mass-Index, kurz BMI.

Um den BMI zu ermitteln, wird das Gewicht eines Menschen in Kilogramm durch die Körperlänge in Zentimeter im Quadrat geteilt. Zum Beispiel: 60 (kg): (165 (cm) * 165 (cm)).

Das Ergebnis gibt einen ersten Hinweis darauf, ob Gewichtsprobleme vorliegen. Mit dem BMI ist es zudem möglich, Übergewicht (von 25 bis 29,9 kg/m²) von Adipositas (ab einem BMI von 30) abzugrenzen.

Während Übergewicht relativ leicht selbst reduziert werden kann, sollte bei Adipositas und Fettleibigkeit immer Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Mit ihm zusammen kann der individuell richtige Weg zur Gewichtsabnahme gewählt werden. Zwar ist eine deutliche Gewichtsreduktion bei Adipositas absolut notwendig; ein zu schnelles Abnehmen kann jedoch dazu führen, dass beispielsweise vermehrt Giftstoffe aus der Verdauung, die in den Fettdepots abgelagert wurden, aus den Fettzellen freigesetzt werden und es zu einer Leberschädigung kommt.

Adipositas ist zudem kein Ergebnis mangelnder Essdisziplin, sondern hat sehr oft auch psychische Ursachen. Hier muss individuell abgewogen werden, ob eine begleitende Psychotherapie neben einer Ernährungsumstellung und Bewegungstherapie sinnvoll ist.

Übergewicht ist ein modernes Phänomen

Noch vor vergleichsweise wenigen Jahrzehnten war Übergewicht in Deutschland und anderen westlichen Ländern kein Thema. Die Menschen arbeiteten vermehrt körperlich und verbrauchten so täglich viel Energie. Die Kalorien, die sie mit den Mahlzeiten zu sich nahmen, wurden daher schnell wieder verbrannt. In Zeiten von Kriegen und Hungersnöten war außerdem das Nahrungsangebot knapper als heute. Demnach ist der wirtschaftliche Wohlstand vor allem in den westlichen Nationen ein Hauptgrund für vermehrtes Übergewicht in der Bevölkerung.

Ein weiterer Auslöser für Gewichtsprobleme in unserer Zeit ist ein veränderter Lebenswandel. Zunehmend sitzende Berufe erfordern keine hohe Kalorienaufnahme; das Essverhalten, das wir teilweise noch von unseren Großeltern gelernt haben, hat sich jedoch nicht im gleichen Maße verändert.

Abends durch die Fernsehsender schalten und nebenher eine Tüte Chips essen – das ist ebenfalls eine beliebte Kalorienfalle. Essen aus Langeweile, Frust oder reinem Lustgewinn sind die häufigsten Ursachen für Übergewicht in unserer Gesellschaft. Dennoch müssen Sie sich nicht jede Leckerei versagen. Auf bewusstes und maßvolles Genießen kommt es an, dann ist auch der gelegentliche Snack vor dem Fernseher kein Problem.

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