„Iiiiih, Gemüse“ – Ernährungserziehung bei Kindern

Ihr Kind rümpft bei Spinat angeekelt die Nase, mag keine Bohnen und will von Rosenkohl nichts wissen, dafür fangen bei einer Tafel Schokolade die Kinderaugen an zu leuchten? Keine Sorge, damit sind Sie nicht alleine. Mit diesen Problemen sehen sich viele Eltern konfrontiert, denn Kinder finden gesundes Essen meistens eher doof. Umso wichtiger ist es, an einer Ernährungserziehung festzuhalten. Wie diese aussehen kann und was Eltern sonst noch über gesunde Ernährung bei Kindern wissen sollten, lesen Sie hier.

Darum ist es so sinnvoll, Kindern gesunde Ernährung näher zu bringen

Die richtige Ernährungserziehung bei Kindern beruht auf gesundem Essen, selbstgekocht macht das sogar Spaß.

„Gesundes Essen macht starke Kinder“, diese Weisheit ist vielen Eltern sicher schon einmal begegnet – und sie stimmt. Eine ausgewogene Ernährung ist Grundlage für eine gesunde körperliche Entwicklung und Entfaltung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie zur Stärkung der Immunabwehr von Kindern. Daher sollte ihnen so früh wie möglich ein vielseitiges und abwechslungsreiches Angebot an vollwertigen Lebensmitteln zur Verfügung stehen.

Durch die richtige Ernährungserziehung können außerdem einige Krankheiten vorgebeugt werden. Denn Kinder mit Übergewicht neigen unter anderem zu folgenden körperlichen Beschwerden:

  • Diabetes mellitius (Diabetes Typ 1)
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen
  • orthopädische Erkrankungen wie Gicht oder Arthrose
  • Adipositas (Fettleibigkeit)

Zudem wird das Ernährungsverhalten während der Kindheit wesentlich geprägt, Geschmacksvorlieben und -abneigungen ausgebildet und insgesamt die Grundsteine für einen gesunden Lebensstil im späteren Erwachsenenalter gelegt.

Wesentliche Bausteine der Ernährungserziehung

Die Ernährungserziehung hat zum Ziel, Kindern eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise zu vermitteln und ist damit Bestandteil der allgemeinen Gesundheitserziehung eines Kindes. Die Aufgabe von Eltern ist es daher, den Kindern so früh wie möglich ein gesundes Ernährungsverhalten mit auf den Weg zu geben. Das gelingt umso einfacher, wenn man einige Sachen beachtet.

Regelmäßige Mahlzeiten sind das A und O in der Ernährungserziehung

Zusammen als Familie am Essenstisch zu festen Zeiten zu speisen, ist nicht nur für die Gemeinschaft wichtig, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil in der Ernährungserziehung. Mindestens einmal am Tag sollte die Familie zum Speisen zusammenkommen. Das Kind erfährt so, dass Essen nichts Nebensächliches ist, sondern etwas, für das man sich Zeit nehmen soll.

Durch die Festlegung von bestimmten Zeiten an denen gegessen wird, erhält der Tagesablauf des Kindes zudem eine klare Struktur mit regelmäßigen Mahlzeiten. Eltern können dadurch das Verlangen nach einem ungesunden Snack für zwischendurch deutlich verringern.

Erlebniswelt Küche: Kindern macht Kochen Spaß

Die Küche ist für Kinder wohl einer der interessantesten Orte überhaupt: Hier brutzelt es, Töpfe klappern und es duftet so herrlich. Eltern sollten das Interesse der Kleinen ausnutzen und sie beim Kochen mit einbeziehen. Das Hantieren mit Lebensmitteln, Rührlöffeln und Töpfen macht vielen großen Spaß. Lassen Sie Ihren Sprössling beim Gurken schneiden, Paprika würfeln oder Kartoffeln stampfen also das nächste Mal einfach mithelfen. Der selbstverständliche Umgang mit gesunden Lebensmitteln ist nämlich ein wesentlicher Baustein der Ernährungserziehung und Grundstein für eine gesunde Ernährung.

Beim Kochen erkennt das Kind zudem, was alles getan werden muss, bis ein leckeres Gericht auf dem Tisch steht und lernt die damit verbundene Mühe wertzuschätzen. Außerdem essen die Kleinen Gerichte deutlich lieber, wenn sie am Prozess der Herstellung beteiligt waren.

Wie die Eltern, so die Kinder: Zur Wichtigkeit der Vorbildfunktion

Mit Verboten und Ermahnungen hat die richtige Ernährungserziehung bei Kindern nichts zu tun. Was sie essen oder nicht essen, hängt meist von der Familie und dessen Umfeld ab. Wer Gemüse predigt und selbst zu fettigen Pommes und Sahnetorte greift, der wird seinen Nachwuchs kaum überzeugen können. Eltern sollten ein Vorbild für ihre Kinder sein, auch in punkto Mahlzeiten. Denn diese richten sich bei der Nahrungsaufnahme unbewusst danach, was sie aus ihrem Umfeld mitbekommen. Grundlage für die Ernährungserziehung ist also, dass Eltern ihren Kindern eine gesunde Ernährung vorleben.

Wichtig ist zudem, dass am Essenstisch immer eine positive Grundstimmung herrscht. Niemand sollte sich gezwungen fühlen, etwas zu essen, aber jeder sollte – dem Kind zuliebe – alles probieren. So wird es ihm auch leichter fallen, neue Gemüsesorten und Gerichte auszutesten.

Gummibärchen, Chips und Co. – über Kinder und Süßigkeiten

Süßigkeiten sind die große Leidenschaft von den meisten Kindern. Fettige Chips und klebrige Gummibärchen sind jedoch alles andere als gesund. Doch die Verlockungen lauern überall: Im Kindergarten, der Schule, auf Geburtstagsfeiern oder in Omas Nasch-Schublade – konsequent zu wiederstehen ist kaum möglich. Daher ist es bei einer Ernährungserziehung umso wichtiger, süße und salzige Leckereien mit einzubeziehen und zwar ganz ohne Verbote. Besser ist es, Kindern beizubringen, dass Süßigkeiten ein besonderer Genuss sind. Bewahren Sie diese daher dort auf, wo Kinder sich nicht einfach bedienen können und vereinbaren Sie einmal am Tag eine feste Zeit, bei der Ihr Kind bewusst naschen darf, zum Beispiel nach dem Mittagessen.

Tipp: Gesunde Ernährung durch Spiele lernen – so wird Ihr Kind zum Gemüse-Fan

Kindern eine gesunde Ernährung näher zu bringen, stellt viele Eltern vor Herausforderungen. Per se finden die nämlich vieles, das gesund aussieht, erstmal ekelig. Um Kinder dennoch ausgewogen zu ernähren, werden Eltern kreativ: Sie verstecken Gemüse unter anderen Lebensmitteln, pürieren alles, um die vitaminreiche Mahlzeit unkenntlich zu machen oder schummeln ein Salatblatt und Gurken auf das Wurst-Sandwich. Ein wirkliches Bewusstsein für gesunde Ernährung entwickelt sich bei Kindern so nicht. Auch Eltern, die versuchen, ihre Kinder mit Vernunft zum Gemüse-Fan zu erziehen, haben meist keinen Erfolg. Denn: „Du musst den Rosenkohl essen, der ist super gesund“, klingt in Kinderohren nicht sonderlich überzeugend.

Für Kinder wird das Thema Ernährung erst interessant, wenn es mit Spaß verknüpft ist. Diese Tipps können dabei helfen, Kindern eine gesunde Ernährung durch Spiele beizubringen:

  • Gemüse einen neuen Namen geben: Kinder sind voller Fantasie und lieben Abenteuer. Wieso diese Eigenschaften nicht beim Essen einfach ausnutzen? Verkaufen Sie Ihrem Kind die Bohnen doch mal als „Dschungel-Sticks“, die Pilze als „Hexenhüte“ und Erbsen als „Power-Pillen“.
  • Food Rally: Wenn Sie das nächste Mal mit Ihren Kindern im Supermarkt einkaufen gehen, dann sollten Sie damit mal eine Food Rally verknüpfen. Stellen Sie Ihrem Kind die Aufgabe, bestimmte Gemüsesorten zu finden. So nähern sich Kinder spielerisch einer gesunden Ernährung.
  • Blinde Verkostung: Verbinden Sie Ihrem Kind die Augen und lassen es verschiedene Lebensmittel, die es mag, die neu sind und die es eigentlich nicht so gerne isst, probieren und erraten. Sie werden staunen: Sieht das Kind das Essen nicht mehr, schmecken ungeliebte Obst- oder Gemüsesorten plötzlich nicht mehr so schlecht und auch neue Lebensmittel werden weniger skeptisch beurteilt. Versuchen Sie einfach mal die blinde Verkostung einmal im Monat als festes Ritual einzuführen. Bestimmt finden Sie und Ihr Kind Gefallen daran.

Wissenswert: Im Kindergarten entstehen Verhaltensweisen und Gewohnheiten, die die Gesundheit beeinflussen. Daher unterstützen viele Kindertagesstätten und -gärten Eltern gezielt bei der Ernährungserziehung, indem sie speziell darin geschult sind, Kindern gesunde Ernährung durch Spiele oder gemeinsames Kochen näher zu bringen. So werden bereits im Kindergarten die Grundlagen für ein gesundes Aufwachsen gelegt. Um sich darüber zu informieren, was Ihr Kindergarten anbietet, ist es empfehlenswert an Infoabenden teilzunehmen. Bei Interesse können Eltern oft sogar zusätzlich noch Kurse besuchen oder Infomaterial anfordern.

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