Die Ananas-Diät: Abnehmen nach dem Crashprinzip

Abnehmen mit nur einem Lebensmittel, das ist der Ansatz der Ananas-Diät. Wie der Name bereits verrät, steht dabei die bekannte Tropenfrucht im Mittelpunkt. Im alleinigen Mittelpunkt tatsächlich, denn die Ananas-Diät ist eine sogenannte Monodiät. Ziel ist ein schneller und starker Gewichtsverlust, der nur auf der Ernährung basiert.

Was ist eine Monodiät?

Diese Diätform zeichnet sich dadurch aus, dass über einen gewissen Zeitraum, in der Regel zwei Tage, ein bis maximal zwei Lebensmittel verzehrt werden dürfen. Andere Nahrungsmittel sind – wenn überhaupt – nur in sehr geringen Mengen gestattet. Neben der Ananas-Diät sind zum Beispiel die Kartoffel-Diät oder auch die Molke-Diät als Monodiät zu nennen.

Wie funktioniert die Ananas-Diät?

Ananas-Diät: Abnehmen ausschließlich mit der tropischen Frucht.

Der Ananas werden mehrere positive Eigenschaften nachgesagt, die zum Abnehmen beitragen sollen. Dennoch gilt die Südfrucht als eines der wenigen Lebensmittel, die aus sehr vielen Kohlenhydraten (Zuckermolekülen) bestehen und keinerlei Eiweiße aufweisen. Die Ananas-Diät geht damit eher gegen den Trend der verschiedenen Formen von Low-Carb-Diäten, die Kohlenhydrate weitgehend vermeiden. Wie kann es dann sein, dass mit der Ananas dennoch ein Gewichtsverlust möglich ist?

Die Befürworter der Ananas-Diät sehen diese Tatsache in Bromelain begründet, das die tropische Frucht aufweist. Es besitzt eine eiweißspaltende Wirkung, die die Fettverbrennung im Körper ankurbeln soll. Damit diese Enzyme jedoch ihre Wirkung zeigen und zum Ziel der Ananas-Diät führen können – nämlich einer schnellen Gewichtsabnahme – muss der Anwender eine erhebliche Menge der exotischen Frucht zu sich nehmen. So lautet jedenfalls die Theorie. Täglich sollen etwa zwei bis drei Kilo Ananas verspeist werden – ausschließlich. Daneben ist es wichtig, für ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Erlaubt ist hier der Saft der Ananas sowie Wasser, keine anderen Getränke.

Dabei ist ganz wichtig, dass die Früchte frisch sind und nicht aus der Dose kommen. Dosenfrüchte sind meist in zuckriger Flüssigkeit getränkt und enthalten im Regelfall weniger Vitamine. Die Ananas-Diät sollte für zwei Tage durchgehalten werden. Ein längerer Zeitraum ist kritisch zu betrachten und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsgefährdend sein.

Worin unterscheidet sich die Ananas-Diät von anderen Abnehm-Programmen?

Die Ananas-Diät unterscheidet sich nicht nur durch ihre Einseitigkeit von vielen anderen Diäten. Bei den meisten Formen der Gewichtsreduktion geht es darum, das erreichte Idealgewicht langfristig zu halten und sogar eine dauerhafte Ernährungsumstellung anzustreben. Schließlich wird eine falsche Ernährung häufig als Hauptursache für Übergewicht angesehen, gegen das nur eine auf Langfristigkeit ausgelegte Ernährungsweise helfen kann.

Das Ziel, das mit der Ananas-Diät erreicht werden soll, ist jedoch ganz anderer Natur. Anwender wünschen sich hier vor allem einen rapiden und schnellen Gewichtsverlust in wenigen Tagen. Zum Beispiel, um für ein anstehendes Fest in das alte Lieblingskleid zu passen oder beim nächsten Schwimmbadbesuch eine gute Figur zu machen.

Das Motto der Ananas-Diät könnte also lauten: kurzfristiger Gewichtsverlust für kurzfristige Ziele. Das reiht die Diät rund um die Tropenfrucht in die Reihe der Crashdiäten ein, die von verschiedenen Zeitschriften vor allem im Sommer regelmäßig beworben werden. Ärzte und Ernährungswissenschaftler stehen Crashdiäten allerdings eher kritisch gegenüber.

Crashdiät mit garantiertem Gewichtsverlust

Die gute Nachricht zuerst: Tatsächlich ist mit dem Monoprinzip und der Ananas-Diät ein Gewichtsverlust garantiert. Dieser basiert aber, entgegen aller Versprechungen der Befürworter, in der Regel nicht auf einer verbesserten Fettverbrennung. Vielmehr führt eine Monodiät wie diese zwangsläufig zu einem hohen Wasserverlust. Zudem baut der Körper bei dieser Diätform eher Muskelmasse ab statt Körperfett.

Die Fettreserven bleiben hingegen unangetastet und bestehen noch, wenn die Ananas-Diät beendet wird. Der Grund liegt beim Enzym Bromelain, das im Körper trotz aller Erwartungen nicht zur Fettverbrennung beiträgt. Es wird angenommen, dass es während des Verdauungsprozesses seine Wirkung verliert und/oder zu groß ist, um überhaupt über die Darmwände in den Blutkreislauf zu gelangen.

Ein kurzzeitiger Gewichtsverlust durch die Ananas-Diät ist jedoch möglich, um zum Beispiel in das gewünschte Kleid zu passen. Doch ist eine solche Diätform deswegen empfehlenswert? Welchen Preis zahlen der Anwender und vor allem sein Körper für diesen kurzzeitigen Erfolg?

Experten warnen vor der Ananas-Diät

Die Ananas ist ein gesundes Lebensmittel. Das steht außer Frage. Dennoch üben Ernährungsexperten bei Monodiäten zu Recht Kritik. Denn die Ananas-Diät und andere Crashdiäten sind alles andere als gesund:

  • Schon nach wenig mehr als zwei Tagen kann es zur Unterversorgung an Vitaminen und Mineralien kommen. Denn kein Lebensmittel, auch nicht die Ananas, kann dem menschlichen Körper alle essenziellen Nährstoffe zur Verfügung stellen.
  • Eine Anwendung der Ananas-Diät über einen Zeitraum von zwei Tagen hinaus halten die meisten Wissenschaftler für unverantwortlich. Müdigkeit und Abgeschlagenheit gehören zu den typischen Nebenwirkungen einer Monodiät, so auch bei der Ananas-Diät – auf Dauer macht das den Anwendern unnötig das Leben schwer und gefährdet zudem die Gesundheit.
  • Hinzu kommt, dass es bei einer Crashdiät, zu welcher auch die Ananas-Diät zählt, zu keinerlei Lerneffekt kommt. Der Abnehmwillige stellt seine Ernährung nicht dauerhaft um, sodass die verlorenen Pfunde schon nach kurzer Zeit wieder auf den Hüften landen.

Nach Beendigung der Ananas-Diät kann es sogar zu einer Gewichtszunahme kommen. Denn: Durch die vielen Kohlenhydrate in der Ananas schnellt der Insulinspiegel nach oben und fällt schnell wieder ab. Heißhunger ist die Folge. Zusammen mit der Eintönigkeit der Ananas-Diät macht es das um einiges schwerer, sie bis zum Ende durchzuhalten. Dies führt letztendlich zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt, weil Anwender nach der Diät häufig nicht mehr genug bekommen können von allem, was anders schmeckt als die leidige Ananas.

Fazit: Eintönigkeit und Langeweile auf dem Speiseplan sind nie der richtige Weg für einen dauerhaften Gewichtsverlust. Gesundheitlich sind Crash- und Monodiäten wie die Ananas-Diät mehr als bedenklich. Es ist deswegen die bessere Entscheidung, lieber langsam, aber stetig abzunehmen. Mit einer gesunden und dauerhaften Ernährungsumstellung ist der Erfolg am größten.

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