Die Stoffwechseldiät: Erfolgreiche Crashdiät

Den Stoffwechsel umstellen und damit Abnehmen – das ist das Ziel dieser Diät. Angeblich ist es dabei möglich, circa fünf Kilogramm in kurzer Zeit zu verlieren. Ganz ohne Opfer geht es jedoch nicht: Denn die Stoffwechseldiät hat einen strengen Diätplan. Lohnt sich der Aufwand? Und wie ist die Stoffwechseldiät aus gesundheitlicher Sicht zu bewerten?

Was bezweckt die Stoffwechseldiät?

Kaffee hilft dem Körper bei einer Stoffwechseldiät

Die Stoffwechseldiät reiht sich zwar bei den Diäten ein, die eine Umstellung des Stoffwechsels zum Ziel haben, hat aber eine andere Absicht. Im Gegensatz zu Ketose-Diäten geht es nicht darum, den Stoffwechsel grundlegend zu verändern, sondern den Stoffwechselprozess zu beschleunigen und damit den Grundumsatz zu erhöhen. Letzterer gibt an, wie viel Energie der Körper in absoluter Ruhe, also beispielsweise im Liegen, verbrennt.

Auf eine bestimmte Art der Stoffwechselumstellung, die Ketose, setzen zum Beispiel die Atkins-Diät, die Low-Carb-Diät oder die Ketogene-Diät. Bei der Ketose zieht der Körper seine benötigte Energie aus Eiweißen, statt aus Zucker und Kohlenhydraten.

Um eine höhere Energieverbrennung zu erreichen, greift die Stoffwechseldiät nicht auf Ausdauersport zurück, sondern kombiniert bestimmte Lebensmittel. Dies soll die Kalorienverbrennung soweit ankurbeln, dass Fettpolster abgebaut werden. Möglichst viel Gewichtsverlust in kurzer Zeit durch eine vorübergehende, starke Ernährungsumstellung ist das Ziel der Stoffwechseldiät. Sie reiht sich damit in die Liste der Crashdiäten ein, ähnlich wie die Kartoffeldiät oder Ananasdiät. Auch Letztere soll eine Beschleunigung des Stoffwechsels bewirken.

Aufbau der Stoffwechseldiät

Ähnlich wie bei anderen Crashdiäten hängt auch bei der Stoffwechseldiät die Gewichtsreduktion von der strikten Einhaltung der Diätregeln ab. Für die Stoffwechseldiät gibt es unterschiedliche Speisepläne mit leicht abweichenden Lebensmitteln.

Der häufigste Diätplan, der sich über den Zeitraum von einer Woche erstreckt, sieht wie folgt aus:

TagMorgensMittagsAbends
Erster TagSchwarzer Kaffee ohne Milch oder ZuckerSpinat mit zwei Eiern oder einen Salat mit zwei Eiern. Leichtes Dressing kann bei Bedarf auf den Salat gegeben werden. Allerdings: kein Salz!Ein Stück Fleisch, nicht paniert und ohne Beilage
Zweiter TagSchwarzer Kaffee ohne Milch oder Zucker und ein unbelegtes BrötchenFleisch, Spinat oder grüner Salat und ObstEtwas Geflügel
Dritter TagSchwarzer Kaffee ohne Milch oder Zucker und ein unbelegtes BrötchenGrüner Salat oder Spinat mit 2 gekochten EiernRindfleisch mit Gemüse
Vierter TagSchwarzer Kaffee ohne Milch oder Zucker und ein unbelegtes BrötchenEin gekochtes Ei, eine Tomate und etwas KäseObst und Naturjoghurt. Bei Letzterem sollte darauf geachtet werden, dass dieser ohne Zucker ist.
Fünfter TagSchwarzer Kaffee ohne Milch oder Zucker und ein unbelegtes BrötchenFisch und dazu grüner Salat oder Spinat. Der Fisch sollte nicht eingelegt sein, zum Beispiel in Öl. Thunfisch in eigenem Saft ist in OrdnungEin Stück Fleisch – egal welches – und grüner Salat
Sechster TagSchwarzer Kaffee ohne Milch oder Zucker und ein unbelegtes BrötchenEin SteakZwei gekochte Eier und ein beliebiges Gemüse
Siebter TagUngesüßter Tee mit ZitroneFleisch und grüner Salat oder SpinatDas Abendessen kann frei gestaltet werden.

Obwohl die Stoffwechseldiät nicht im direkten Sinne eine Low-Carb-Diät, sondern mehr in den Bereich der Crashdiäten einzuordnen ist, fällt bei Betrachtung des Diätplanes auf, dass nur sehr wenig Kohlenhydrate verzehrt werden. Da außerdem die Wahl der Lebensmittel und damit auch die zur Verfügung stehenden Nährstoffe sehr eingeschränkt sind, sollte die strenge Stoffwechseldiät nie über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Sieben Tage sind angeraten, in Ausnahmefällen sind auch 14 Tage vertretbar. Hierbei wird dann der einwöchige Plan noch einmal komplett wiederholt.

Vor- und Nachteile der Stoffwechseldiät

Der Erfolg in Form von Gewichtsverlust ist bei der Stoffwechseldiät unumstritten. Bis zu zehn Kilo kann der Betroffene verlieren, wenn er die strenge Diät zwei Wochen lang durchführt. Der Körper schlägt dann aber nicht selten Alarm. Gerade durch das magere Frühstück steht ihm für einen guten Start in den Tag nur wenig Energie zur Verfügung. Heißhungerattacken und Leistungsabfall sind die Folge. Mit einem vollen Arbeitstag ist die Stoffwechseldiät daher nur wenig vereinbar.

Zudem wird, wie bei allen Crashdiäten, die Kritik geäußert, dass sie nicht zu einem besseren Essverhalten und zu keiner dauerhaft gesunden Ernährung führt. Eine ungesunde Ernährung und ein bedenkliches Essverhalten sind aber nicht selten Gründe für ein vorhandenes Übergewicht. Gerade, weil dieses Umdenken nicht stattfindet, kommt es nach der Diät häufig zu einem Jo-Jo-Effekt bei den Anwendern. Zudem fehlt bei der Stoffwechseldiät der Anreiz zum Sport – der jedoch notwendig ist, damit Fett- und kein Muskelgewebe abgebaut wird.

Obwohl die Stoffwechseldiät sehr strikt und einseitig – und damit sicher nicht leicht umzusetzen ist – liegen in dem strengen Ernährungsplan auch Vorteile. Da hier kein Interpretationsspielraum bleibt, sind eine falsche Umsetzung und damit eine erfolglose Diät bei genauer Regeleinhaltung nicht möglich.

Da eine gesunde Diät in der Regel nicht nur auf der Ernährung allein, sondern auch noch auf einem verbesserten Essverhalten und mehr Bewegung basiert, raten Ernährungswissenschaftler wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) von der Stoffwechseldiät ab. Über einen kurzen Zeitraum durchgeführt, ist sie jedoch für gesunde Menschen unbedenklich und kann wenige Kilos bis zum Erreichen des Wunschgewichtes durchaus abbauen. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Jo-Jo-Effekt dann nicht lange auf sich warten lässt.

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