Häufig gestellte Fragen zum Thema Ernährungsberatung

Für wen eignet sich eine Ernährungsberatung?

Eine Ernährungsberatung richtet sich an Menschen, die abnehmen beziehungsweise gesünder leben möchten oder eine ernährungsbedingte Krankheit haben. Auch im Bereich Sport oder in bestimmten Lebenssituationen — beispielsweise während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren — bietet sich mitunter eine Ernährungsberatung an.

Was ist das Ziel einer Ernährungsberatung?

Der Fokus liegt auf den Ess- und Lebensgewohnheiten: Gemeinsam mit dem Klienten bespricht der Ernährungsberater eventuell vorliegende Erkrankungen, Lebensmittelunverträglichkeiten sowie Essensvorlieben und -abneigungen. Der Profi gibt Tipps für gesundes Abnehmen sowie Essverhalten und erarbeitet einen Ernährungsplan. 

Wie kann eine Ernährungsberatung beim Abnehmen helfen?

Das Projekt Abnehmen stützt sich in der Regel auf zwei Säulen: Bewegung und Ernährung. Vor allem beim letzten Punkt kann ein Ernährungsberater unterstützend zur Seite stehen. Der Profi klärt nicht nur über gesundes Essverhalten auf, sondern schneidet die Ernährungsumstellung individuell auf die persönliche Situation des Klienten zu.

Wo findet man einen Ernährungsberater?

Ernährungsberater sind häufig selbstständig und in einer eigenen Praxis tätig. Sie stehen aber auch Unternehmen sowie zum Beispiel Schulklassen beratend zur Seite. Häufig sind sie auch in Krankenhäusern, Kurorten sowie im Wellness- oder Fitnessbereich anzutreffen.

Wer übernimmt die Kosten für eine Ernährungsberatung?

In der Regel müssen die Kosten für einen Ernährungsberater selbst getragen werden. Die Gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich nur dann finanziell, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Ob dies gegeben ist, entscheidet der behandelnde Arzt und stellt bei Bedarf eine Notwendigkeitsbescheinigung (eine Art Rezept) aus.1

Ernährungsberatung: Hilfe bei Gewichtsreduktion und Co.


Ist von Ernährungsberatung die Rede, denken die meisten Menschen direkt ans Abnehmen. Das ist zum Teil auch richtig, denn die Gewichtsreduktion ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährungsberatung. Aber nicht nur.

So ist es mit einer optimal abgestimmten Ernährung (ausgewogene Nährstoffversorgung) möglich, die sportliche Leistung zu unterstützen und auch die Regeneration zu beschleunigen. 

Darüber hinaus richtet sich die Ernährungsberatung an all diejenigen, die an ernährungsbedingten Krankheiten beziehungsweise Gesundheitsstörungen leiden. Dazu zählen beispielsweise: 

  • Diabetes      
  • Übergewicht und Adipositas  
  • Essstörungen und Untergewicht 
  • Mangel- und Fehlernährung 
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten 
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Magen-Darm-Beschwerden 
  • Hauterkrankungen 
  • Knochen- und Gelenkbeschwerden 

Mit einer gesunden Ernährung ist es möglich, die Beschwerden zu mildern und eine Verbesserung der Lebensqualität herbeizuführen.  

Darüber hinaus kann ein qualifizierter Ernährungsberater auch für Kinder oder in bestimmten Lebenssituationen sinnvoll sein, zum Beispiel während Schwangerschaft, Stillzeit, in den Wechseljahren oder im Alter.  

Wie läuft eine Ernährungsberatung ab?


Im Rahmen einer professionellen Ernährungsberatung steht das Anamnesegespräch an erster Stelle. In diesem werden unter anderem die persönlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie bisherige Krankheitsverläufe und Medikamentenpläne besprochen. Die gesammelten Informationen bilden die Basis für die weitere Therapieplanung. Gemeinsam mit dem Klienten legt der Ernährungsberater die Ziele der Beratung fest. 

Im Anschluss erfolgt meist die Analyse des Essverhaltens sowie der Lebensmittelauswahl. Das Führen eines Ernährungsprotokolls kann dabei helfen, versteckte Dickmacher und falsche Ernährungsweisen aufzudecken. Darüber hinaus gibt der Ernährungsberater erste Empfehlungen und Tipps für den Alltag. 

Gut zu wissen:

Ein starrer Diätplan ist in der Regel nicht sinnvoll. Zwar bietet sich hier die Möglichkeit, schnell erste Erfolge zu sehen, doch steigt das Körpergewicht nach der Diät häufig ebenso schnell wieder an — es tritt der berüchtigte Jo-Jo-Effekt ein. Um erfolgreich abzunehmen und das Idealgewicht zu halten, ist es sinnvoller, eine dauerhafte Ernährungsumstellung anzustreben.

Im nächsten Schritt wird das Ernährungsprotokoll ausgewertet, um herauszufinden, wie sich die Ernährung des Klienten zusammensetzt. Auf diese Weise lassen sich Nährstoffmängel oder ungünstige Ernährungsgewohnheiten erkennen.

Basierend darauf gibt der Ernährungsberater individuelle, auf die Ziele des Klienten abgestimmte Empfehlungen sowie Tipps für die künftige Lebensmittelauswahl und das Ernährungsverhalten.  

Ziel ist es, dass Klienten gesund essen lernen. Der Fokus liegt dabei auf einer dauerhaften Umstellung der Ernährung, weshalb die Ziele und Empfehlungen im weiteren Verlauf immer wieder betrachtet und entsprechend aktualisiert werden.

In Abhängigkeit der festgelegten Ziele und dem zu therapierenden Krankheitsbild kann der Profi den Klienten entweder nur wenige Sitzungen oder sogar über mehrere Monate hinweg begleiten und unterstützen

Ernährungsberater haben vielfältige Einsatzorte


Häufig sind Ernährungsberater selbstständig und in einer eigenen Praxis tätig. Darüber hinaus sind sie in folgenden Branchen anzutreffen: 

  • Krankenhäuser und Fachpraxen 
  • Kurbetriebe und -hotels 
  • Wellnesseinrichtungen 
  • Sport- und Fitnessstudios 
  • Krankenversicherungen 
  • Nahrungsmittelindustrie 
  • Verbände und Behörden 
  • Kindergärten und Schulen  

Dabei üben Ernährungsberater nicht nur eine beratende Tätigkeit für den einzelnen Klienten aus. Sie halten häufig auch Vorträge, beispielsweise im betrieblichen Gesundheitsmanagement eines Unternehmens, oder beteiligen sich an wissenschaftlichen Studien und Projekten.  

Wie erkenne ich einen qualifizierten Ernährungsberater?


Zunächst einmal ist der Begriff des Ernährungsberaters in Deutschland nicht geschützt. Im Prinzip darf sich jeder so nennen. Damit Hilfesuchende an einen zertifizierten Ernährungsberater gelangen, sollten sie auf dessen Qualifikation achten.

In der Regel handelt es sich bei Ernährungsberatern um Fachkräfte mit einem anerkannten Berufs- oder Studienabschluss im Bereich Ernährung. Zu diesen gehören beispielsweise die folgenden Abschlüsse: 

  • Studium der Haushalts- und Ernährungswissenschaften (Ökotrophologen) 
  • Ausbildung zum Diätassistenten  
  • Studium der Ernährungswissenschaften 

Neben den genannten Abschlüssen müssen die Fachkräfte noch nachweisen, dass sie sich mithilfe einer Fortbildung für die Ernährungsberatung qualifiziert haben. Zudem müssen sie sich regelmäßig weiterbilden und dies ebenfalls zertifizieren lassen.

Lediglich vier Institute stellen solche anerkannten Zertifikate aus: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Verband des Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V., Berufsverband Oecotrophologie e.V. und der Verband der Ernährung und Diätetik e.V.2 

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch bei seinem behandelnden Arzt oder bei der Krankenkasse nachfragen. In der Regel führen diese eine Liste mit qualifizierten Ernährungsberatern.

Kostenübernahme: Wer zahlt die Ernährungsberatung?


In den meisten Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer Ernährungsberatung nicht. Außer: Bei Erkrankungen, die ernährungsbedingt sind, oder wenn eine Ernährungsumstellung sinnvoll ist.

Voraussetzung ist allerdings, dass eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. In diesem Fall stellt der behandelnde Arzt eine Notwendigkeitsbescheinigung — eine Art Rezept — aus.1  

In welchem Umfang sich die Krankenkasse an den Kosten beteiligt, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab: 

  • Beratungsinhalt (Aufklärung zu Ernährung, Erstellung eines Diätplans)
  • Dauer (Einmalsitzungen oder fortlaufende Betreuung)  
  • Qualifikation des Ernährungsberaters (Anerkennung durch die Krankenkasse)

Im Falle einer Privaten Krankenversicherung müssen sich Versicherte individuell informieren. Da es hier keine gesetzlichen Vorgaben gibt, hängt die Übernahme der Leistungen vom individuellen Vertrag ab. 

Interessant!

Einige Krankenkassen bieten im Rahmen ihrer Gesundheitskurse beziehungsweise Präventivprogramme eine professionelle Ernährungsberatung an. In der Regel können Versicherte einmal jährlich an einer Maßnahme aus einem Themenfeld kostenlos teilnehmen.

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Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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