Fettleber bei Übergewicht – Steatosis hepatis

Entsteht im Körper eine Erkrankung, teilt er uns das in der Regel durch unangenehme Symptome mit. Wir haben dann die Möglichkeit, unseren Organismus bei der Heilung zu unterstützen. Je nach Erkrankung ist auch eine Umstellung des Lebenswandels gefordert, zum Beispiel in Form eines Abbaus von Übergewicht und Adipositas. So verhält es sich jedoch nicht bei allen Erkrankungen. In manchen Fällen leidet unser Körper im Stillen. So beginnt auch bei der Fettleber (Steatosis hepatis) die gesundheitliche Gefahr oft unbemerkt. Schließlich sind die Symptome und Anzeichen anfangs meist schwach – oft bringen nicht einmal die Blutwerte Aufklärung. Die Folgen sollten jedoch nicht unterschätzt werden und reichen von Fettleberentzündung bis hin zu Leberzirrhose.

Die Leber trägt unter anderem zum Stoffwechsel, zur Fettverbrennung und zur Hormonproduktion bei. Wenn die Leberzellen zunehmend verfetten, wie es bei der Fettleber der Fall ist, fällt es dem Organ in der Folge immer schwerer, seine Aufgaben auszuführen. Für den Betroffenen äußert sich das unter anderem in Form von Symptomen wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche.

Mann beim Ultraschall zur Diagnose einer Fettleber aufgrund von Symptomen wie Müdigkeit.
Meist bleibt eine Fettleber im ersten Stadium gänzlich unbemerkt. Das liegt daran, dass oftmals keine Symptome auftreten oder diese nicht eindeutig auf eine geschädigte Leber zurückzuführen sind. Tatsächlich ist es auch durch einfache Untersuchungen kaum möglich, eine Fettleber zu diagnostizieren. Selbst die Blutwerte geben nicht immer Anlass zur Sorge. Das Fatale: Eine unbehandelte und unbemerkte Fettleber ist stark gesundheitsgefährdend und kann schwerwiegende Folgen haben.

Risikofaktoren: Wer kann an einer Fettleber erkranken?

Bei der Fettleber setzt sich Fett in den Leberzellen fest und hindert sie daran, ihrer Funktion nachzugehen. Wenngleich die Steatosis hepatis besonders häufig bei Übergewicht vorkommt, ist dieses nicht zwingend für die Entstehung verantwortlich.
Weitere Risikofaktoren der Fettleber sind:

  • ein erhöhter Alkoholkonsum,
  • Diabetes mellitus vom Typ I oder II,
  • Unterernährung,
  • Eiweißmangel sowie
  • Herz- und Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose.

Inwieweit sich jedoch viele dieser Krankheiten gegenseitig bedingen, kann aktuell nur vermutet werden. Bekannt ist mittlerweile allerdings, dass beispielsweise Diabetes vom Typ II und Arteriosklerose in Folge von starkem Übergewicht oder Adipositas auftreten können.

Bedenklich ist, dass zunehmend auch bei Kindern eine Fettleber diagnostiziert wird.

Symptome und Schweregrade der Fettleber

Bei der Fettleber unterscheidet die Medizin drei verschiedene Schweregrade, wobei Stufe eins die leichte Form bezeichnet und Stufe drei dementsprechend die fortgeschrittene Form der Erkrankung:

  • Bei der leichtgradigen Fettleber sind weniger als ein Drittel der Leberzellen übermäßig verfettet.
  • Bei einer mittelgradigen Fettleber sind bereits mehr als ein Drittel, aber weniger als zwei Drittel von einer übermäßigen Verfettung betroffen.
  • Die schwergradige Fettleber ist durch eine Verfettung von mehr als zwei Dritteln der Leberzellen gekennzeichnet.

Gefährlich an einer zunächst leichten Leberverfettung der Stufe eins ist die Tatsache, dass sie oft unerkannt bleibt. Nicht immer ruft diese Form der Leberverfettung Symptome wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen hervor und auch die Blutwerte deuten nicht immer eindeutig auf eine Verfettung der Leber hin. Außerdem werden die auftretenden Symptome oftmals nicht mit einer Fettleber, sondern mit anderen Ursachen in Verbindung gebracht, zum Beispiel einem Nährstoffmangel oder einer Leistungseinschränkung durch Übergewicht.

Fettleber: Blutwerte und Ultraschall zur Diagnose

Neben Symptomen wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen können die Blutwerte einen ersten Hinweis auf eine Fettleber liefern. Ist bei einer Untersuchung das Leberenzym Gamma-GT (GGT) erhöht, deutet dies meist auf Probleme mit der Leber hin. Der normale Wert liegt bei Männern bei bis zu 55U/l, bei Frauen bei bis zu 38 U/l. U/l steht dabei für „unit per litre“, also „Einheit pro Liter“. Geht der diagnostizierte Wert im Blut über das angegebene Höchstmaß hinaus, kann dies ein Symptom für eine Leberschädigung beziehungsweise Steatosis hepatis sein.

Dabei gilt: Je höher der GGT-Wert, desto größer ist letztlich auch der Leberschaden und die Folgen.

Dennoch kann die Leber auch geschädigt sein, ohne dass Symptome wie ein signifikant erhöhter GGT-Wert vorliegen. Als alleinige Untersuchung reicht die Kontrolle der Blutwerte daher nicht zur Diagnose einer Fettleber aus. Aus diesem Grund wird anschließend oft noch eine Sonographie (Ultraschall) des Oberbauchs durchgeführt. Eine vergrößerte Leber lässt sich auf dem Bildmaterial in der Regel gut erkennen. In Ausnahmefällen kann der Arzt die vergrößerte Leber auch schon ertasten. Oft ist deren Verfettung dann bereits weit fortgeschritten.

Stufen und Folgen der Fettleber – Fettleberentzündung & Leberzirrhose

Auf der ersten Stufe der Fettleber, die aufgrund unzureichender Symptome oft unerkannt bleibt, verfetten die Leberzellen beispielsweise infolge von Übergewicht zunehmend. In manchen Fällen kann dieses Stadium der Fettleber über Jahre bestehen, ohne dass es zu einer Veränderung hin zu einer Fettleberentzündung kommt. Auf lange Sicht erkrankt jedoch jeder zweite Betroffene an einer Fettleberentzündung. Spätestens dann wird die Erkrankung auch durch einen Arzt diagnostiziert.

Zu den Symptomen einer Fettleberentzündung gehören Schmerzen im Oberbauch und die sogenannte Gelbsucht (Ikterus). Die Gelbsucht hat ihren Namen von der durch sie bedingten Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und Augen.

Die Gelbsucht liegt in einer Stoffwechselstörung begründet. Die charakteristische Färbung ist die Folge einer Erhöhung des Gallenfarbstoff Bilirubin. Er entsteht beim Abbau roter Blutkörperchen und wird normalerweise über Leber und Milz abgebaut. Eine Erhöhung des Bilirubinwertes und damit die charakteristische Gelbfärbung sind daher klassische Symptome einer Fettleberentzündung.

Eine anhaltende Fettleberentzündung kann eine Leberzirrhose zur Folge haben. Bei der Leberzirrhose lagert sich Bindegewebe zwischen den verfetteten Leberzellen ab und verdrängt diese teilweise. Das Organ kann daraufhin seiner Funktion kaum noch nachkommen. Zudem sind Vernarbungen typische Folgen. Die Behandlung der Leberzirrhose basiert in erster Linie auf der Beseitigung der Ursachen, beispielsweise des Übergewichts und anderer ungesunder Lebensumstände.

Behandlung von Übergewicht, Fettleber und Fettleberentzündung

Gegen eine Fettleber oder eine daraus resultierende Fettleberentzündung infolge von Übergewicht hilft in der Regel nur eine Umstellung der Lebensumstände. Die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie besteht derzeit noch nicht.

Wie diese Lebensumstellung aussehen muss, hängt dabei von den Ursachen der Fettleber ab. Sind Übergewicht und/oder Diabetes mellitus für die Erkrankung verantwortlich, so hilft einzig eine Gewichtsreduktion mit gegebenenfalls besserer Überwachung und Behandlung des Blutzuckers. Ist Alkoholsucht für eine Fettleber verantwortlich, so muss ein sofortiger Alkoholentzug unter ärztlicher Aufsicht in Angriff genommen werden. Die Umstellung der Lebensgewohnheiten trägt letztendlich dazu bei, die möglichen Symptome wie beispielsweise Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen in den Griff zu bekommen und schwerwiegendere Folgen zu vermeiden.

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